Förderverein Theater Lünen e.V.
Förderverein Theater Lünen e.V.

12. Festival Junges Theater

Vom 12. - 18. Juni 2019 findet derzeit das "12. Festival Junges Theater Lünen" JTL im Heinz-Hilpert-Theater statt. An dieser Stelle finden Sie Kurzberichte über die bereits stattgefundenen Vorstellungen. Eine Gesamtübersicht auch über die noch anstehenden Veranstaltungen unter "Festival Junges Theater"!  Alle Fotos auf dieser Seite: Florian Klapetz.

Eröffnung

Pünktlich um 19 Uhr eröffneten die Organisatoren des Festivals, Susanne Hocke und Jan Schmitt, das 12. Festival Junges Theater Lünen (JTL). Ehrengast Horst Müller-Baß, Beigeordneter der Stadt Lünen und Kulturdezernent, wies auf die beeindruckende Zahl der Darstellerinnen und Darsteller hin (über 250 junge Akteure), die in den kommenden Tagen auf der Bühne des Hilpert-Theaters zu sehen sein werden, und lobte deren Kreativität und Gespür für aktuelle gesellschaftliche Themen. Jürgen Larys als 1. Vorsitzender des Fördervereins bedankte sich bei den Sponsoren des Festivals, insbesondere bei der Kulturregion Hellweg und bei der Volksbank Waltrop-Lünen. Susanne Hocke versprach: "Das Festival wird großartig!"

Umrahmt wurde die Eröffnung durch Julian Schlage (Gitarre, Klavier) und die junge Sängerin Ayame Loona.

Clara - Freies-Theater-Team Lünen

Einen starken Auftakt erlebte das JTL in der anschließenden Aufführung des Freien Theater Teams Lünen. "Clara" zeichnete den Lebensweg von Clara Immerwahr (1870-1915) nach, einer jungen, mutigen Frau, die gegen das Rollenbild ihrer Zeit Chemikerin wird. In ihrem späteren Ehemann, dem Chemiker, Fritz Haber glaubt sie zunächst einen Verbündeten zu finden. Doch dieser drängt sie immer mehr in die Rolle einer Hausfrau und Mutter zurück, macht selbst brutal Karriere und erfindet schließlich ein Giftgas, das im 1. Weltkrieg massenhaft "feindliche" Soldaten tötet. Clara sieht am Ende keine andere Möglichkeit, als sich mit seiner Dienstpistole das Leben zu nehmen... Ein Plädoyer für die weibliche Emanzipation und gegen den Wahnsinn des Krieges, der am Ende in eindrucksvollen Bildern auf der großen Videowand zu sehen war... Die Hauptrollen des Chemiker-Ehepaares waren auf je drei DarstellerInnen aufgeteilt, die so für unterschiedliche Lebensphasen der Charaktere standen. Ein eindrucksvolles, historisch genau recherchiertes Stück von Nachwuchs-Kulturpreisträgerin Marie Hirschberg, in eindringlichen Bildern von ihr selbst in Szene gesetzt. Engagiert vom jungen Ensemble des Freien Theater Teams gespielt. Eine großartige Eröffnung des Festivals!

Abgehauen - Die Szenenzeiger der Schule im Heithof Hamm

Eine spannende Fortsetzung fand das "Festival Junges Theater" am Donnerstagnachmittag mit den "Szenenzeigern" der Schule im Heithof Hamm. In "Abgehauen" fliehen zwei Schwestern nach Venedig, nachdem ihre Eltern eine von ihnen in ein betreutes Wohnen geben wollten. Sie schließen sich einer Diebesbande an. Doch ein Beutezug in eine alte Villa lässt sie in den Spiegel schauen und erkennen, wo ihr eigentlicher Weg liegt... Eine schöne Parabel auf das Leben und auf das Theater, das unterschiedlichste Menschen für Augenblicke zu einer Gemeinschaft werden lässt. Im Nachgespräch wurde deutlich, wie viel von der Lebenswirklichkeit der jungen Akteure hier eingeflossen ist. Das Spiel war improvisatorisch, engagiert, führte jeden und jede an ihre persönliche Grenze und wurde immer wieder gekonnt musikalisch akzentuiert. Ein ermutigende Aufführung unter der Spielleitung von Julia Haase und Jan-Peter Lüffe, die zeigt, wie wichtig neben dem künstlerischen Anspruch auch der pädagogische Aspekt des Festivals ist.

Mr Pilks Irrenhaus - Junges Theater im Flöz K Werne

"Was ist wirklich in diesem Spiegelkabinett" fragt Spielleiterin Julia Kunkert als Conferencier immer wieder in "Mr Pilks Irrenhaus". Und lässt uns wissen, dass Irrsinn eine heilsame Vorstufe ist, um dem tatsächlichen Wahnsinn zu entgehen... Ihre Inszenierung für das Junge Theater im Flöz K Werne nach Ken Campbells Komödie, die am Donnerstagabend beim "Festival Junges Theater" ihre Premiere feierte, war für Spieler und Publikum in jedem Fall eine vergnügliche Therapie. Menschen mutieren zu Hühnern, schlachten dieselben (natürlich gespielt), erfinden irrwitzige Sprachcodes und wissen nicht, ob sie mit ihrem Ehepartner reden oder nur mit dessen Kopie. Im Hintergrund leuchtet immer die Frage nach der Sicherheit der eigenen Identität auf. Die Spielerinnen und Spieler stürzten sich engagiert, vergnüglich und mutig in alle noch so abstrusen Situationen. Eine kapriziöse Reise, die vom zahlreich erschienenen Publikum mit Lachsalven, langem Applaus und viel Lob honoriert wurde.

Der Prinz von Pumpelonien - Theater-Steinis I

Märchenhaft wurde es zu Beginn des 3. Tages des "Festivals Junges Theater". Die "Theater-Steinis" unter der Leitung von Franca Neumann und Julia Hormann brachten "Der Prinz von Pumpelonien" auf die Bretter des Hilpert-Theaters. Dieser soll Prinzessin Pimpinella aus dem benachbarten Pipinien heiraten, was außer den Müttern der Königskinder aber niemand so recht will. Aber es gibt da ja zum Glück noch den lispelnden Drachen Fidibus, der alles durcheinander bringt. Am Ende findet zusammen, wer zusammen gehört- und der erlöste Drache sogar noch einen Freund... Die älteren und vor allem jungen Zuschauer, darunter zwei Lüner Kindergärten, ließen sich von dem phantasievollen Bühnenbild, den bunten Kostümen und dem immer wieder köstlich amüsanten Spiel der Akteure bezaubern und bestens unterhalten. Am Ende gab es viel Lob aus allen Mündern und von den kleinen Besuchern, von denen viele wohl zum ersten Mal im Theater waren, nicht enden wollende interessierte Fragen. Und so ist zu hoffen, daß wir viele der kleinen Besucher wieder sehen werden im Lüner Theater, was ja erklärtes Ziel des Fördervereins Theater Lünen e.V. ist, der das Festival in diesem Jahr zum 12. Mal ausrichtet.

Drei Frauen im Herbst - Gymnasium St. Christophorus Werne

Zeugen eines ganz besonderen Experimentes wurden die Zuschauer, die am frühen Freitagnachmittag den Weg ins Heinz-Hilpert-Theater gefunden hatten. Denn aus der zunächst bedauerlichen Tatsache, dass die geplante Aufführung von "Drei Frauen im Herbst" des Gymnasiums St. Christophorus Werne nicht so recht fertig geworden war, entstand ein außergewöhnliches Format: In einer "Werkschau" bekam das Publikum detaillierten Einblick in den Probenprozess und darin, wie eine Theateraufführung entsteht. Die Figuren des Stückes traten im Kostüm auf, stellten sich selbst vor und wurden von Festivalleiterin Susanne Hocke live interviewt. Gefragt wurde nach biographischen Details der einzelnen Charaktere, aber auch zu ihren Beziehungen zu anderen Figuren des Stückes. Umso gespannter darf man sein, wie sich dieses Geflecht nun zu einem künstlerisch geformten Ganzen schließen wird. Denn daran, so hat es die Gruppe unter der Leitung von Anne-Susanne Möllmann-Hay und Judith Becker versprochen, wird weiter fleißig gearbeitet - und das Ergebnis mit etwas Glück beim nächsten "Festival Junges Theater" gezeigt. Das Publikum zeigte sich beeindruckt ob soviel Einblicks in den Entstehungsprozeß einer künstlerischen Arbeit und dankbar, daran teilgenommen zu haben.

Poetry Slam mit Ruth Kirschbaum

Für ein besonderes Rahmenprogramm beim 12. Festival Junges Theater Lünen sorgte Ruth Kirschbaum am Freitagabend im oberen Foyer des Hilpert-Theaters. Die vielseitig talentierte Schülerin des Altlüner Gymnasiums, die beim „JTL“ bereits als Stück-Autorin, Regisseurin und Schauspielerin in Erscheinung trat, trug selbstgeschriebene Kurzgeschichten vor, die von einem einfühlsamen und genauen Blick auf ihre Mitmenschen und ihre Umwelt zeugten. Ihre Texte handelten von Träumen und Sehnsüchten junger Menschen, der Suche nach Abenteuer, nach Wahrhaftigkeit, der Liebe, dem eigenen Platz in der Welt und der Bedeutung von Glück. Stimmungsvoll las Ruth Kirschbaum und sorgte für lebendige Bilder in den Köpfen ihrer Zuhörer. Das Publikum hörte gebannt zu und zollte der jungen Autorin langen Applaus.

„Dornröschen reloaded“ - Literaturkurs der Q1 des Gymnasiums Lünen-Altlünen

Eine besondere „Märchenadaption“ bot der Literaturkurs der Q1 des Gymnasiums Lünen- Altlünen am Freitagabend den zahlreichen Zuschauern beim Festival „JTL“. Die verwöhnte, arrogante und zickige Prinzessin Dornröschen wird von einer Fee aus der Märchenwelt ins Lünen der Gegenwart befördert und soll hier einen Reifungsprozess durchlaufen. Mit der Realität der gesellschaftlichen Probleme dieser Welt konfrontiert, beginnt Dornröschen, einen differenzierteren Blick auf die Dinge zu entwickeln und entwirft schließlich gemeinsam mit ihren Weggefährten eine Utopie. Gesellschaftskritik und Märchenhaftes wechselten sich ab, nachdenkliche und unterhaltsame Momente hielten sich die Waage – genau diese gut ausbalancierte Mischung war es, die beim Publikum gut ankam, wie sich beim anschließenden Publikumsgespräch herausstellte. "Dornröschen reloaded" war ein besonderes Stück, ganz am Puls der Zeit, welches das Ensemble gemeinsam mit Lehrerin Michaela Krolla entwickelt hat. Großes Lob gab es auch für die darstellerischen Leistungen. Vor allem die Schwierigkeit, die teils langen und inhaltlich anspruchsvollen Textpassagen zu beherrschen und das große Haus dabei mit der Stimme zu füllen, meisterten die Akteure mit Bravour.

"Plötzlich Zwilling" - Theater-AG der Mittelstufe des Gymnasiums Lünen-Altlünen

Einen echten “Cliffhanger” präsentierte am Montagvormittag die “Theater-AG der Mittelstufe” des Gymnasiums Lünen-Altlünen. “Plötzlich Zwilling” erzählt unter der Spielleitung von Lotta Wiggers und Mia Gasiuk die Geschichte von Antonia und Lisa, die sich während eines Schulausfluges zufällig begegnen und feststellen, dass sie Zwillinge sind. Sie beschließen, die Rollen zu tauschen. Das bringt einige Verwirrung mit sich, denn zwischen aufkeimenden Liebesgeschichten, Mobbing in der Schule und den Beziehungen zu ihren Eltern, die sich schon lange getrennt haben, ist in beider Leben einiges in Bewegung. Wie sich der Knoten löst? Das erfahren wir hoffentlich im kommenden Jahr, beim nächsten “Festival Junges Theater”. Die jungen Akteure, sämtlich aus 7. Klassen des GAs, spielten engagiert, immer wieder anrührend und glaubwürdig, auch in den Rollen von Eltern, Lehrer, Kaufhausdetektiven und Ärzten. Das Bühnenbild aus zu Bücherregalen und Raumtrennern umfunktionierten Pappkartons und vielen realistischen Versatzstücken ließ viele Lösungen zu. Videoprojektionen markierten zusätzlich die unterschiedlichen Schauplätze. Die zahlreich erschienenen Zuschauer waren des Lobes voll und freuen sich schon auf die Fortsetzung.  

"That's me" - Sälzer-Sekundarschule Werl

Richtig die Post ab ging am Montagnachmittag bei “That's me”, einem Rock-Tanz-Theater der “Sälzer-Sekundarschule Werl”, die sich im komplett selbst erfundenen Stück in die “Seltsam-Sekundarschule” verwandelt. Dort grassiert ein merkwürdiger Zauber: Zwei Schülerinnen, die zunächst als Außenseiterinnen daher kommen, nehmen geheimnisvoll Kontakt zum verstorbenen Freddie Mercury auf, Frontmann der Kult-Band “Queen”. So können sie die verborgenen Talente in ihren Mitschülern wecken, die vorher als Streber, Beauty Queens, Nerds oder “Gangster” vor allem versucht hatten, cool zu sein, ohne dabei wirklich an sich selbst zu glauben. Und so rocken die Schülerinnen und Schüler, aber auch ihre Lehrer und sogar der Hausmeister in den knapp 90 Minuten die Bühne, dass es eine wahre Freude war. Sie singen, tanzen, spielen live selbst Musik ein, zeigen Akrobatik und Breakdance. Und zeigen, was Schule, was Theater leisten kann, wenn alle zusammen den Schalter umlegen, ihre negativen, durch falsche Erziehung geweckten inneren Stimmen besiegen und ihre wahren Potenziale entfalten. Eine grandiose Performance der Schule, der man nur wünschen kann, dass beim nächsten Mal auch die Schülerinnen und Schüler anderer Schulen ihnen zuschauen kommen. Ein Höhepunkt des Festivals unter der Spielleitung von Monika Niggemeyer, Stefanie Kötter und Daniela Müller!

"King Kongs Töchter"-Johann-Conrad-Schlaun-Schule Nordkirchen

Tragikomisch wurde es am Montagabend . Die Johann-Conrad-Schlaun-Schule Nordkirchen hatte Theresia Walsers abgründiges “King Kongs Töchter” mitgebracht. Das Stück zeigt Bewohner eines Altenheims, die von drei Pflegerinnen auf zum Teil recht zweifelhafte Weise umhegt werden... Die Schülerinnen und Schüler meisterten ihre Rollen, die überwiegend weit weg von ihrer eigenen Altersklasse angesiedelt hatten, und die anspruchsvolle Sprache der Vorlage mit Bravour. Bühnen- und Kostümbild waren wohl bedacht, die Szenen- und Lichtregie hatte einen ruhigen, nie verebbenden Fluß, der die äußerst aufmerksamen Zuschauer tief in das Geschehen eintauchen ließ, um immer wieder auch aufzulachen. Denn die Aufführung hatte großen Wiedererkennungswert, was die Verhaltensweise einzelner “Bewohner” anging, und brachte gleichzeitig den Wort- und Gedankenwitz der Autorin treffend zur Geltung. Die einzelnen Figuren waren sprachlich wie körperlich gut gearbeitet und durchgestaltet bis hin zum Maskenbild. Ein Abend unter der Spielleitung von Barbara Benning und Lisa Peters, der das Festival um eine ganz eigene Nuance bereicherte.

Pronomina – Theaterzwerge des Gynasiums Lünen-Altlünen

Immer für einen Kracher gut sind die “Theaterzwerge” des Gymnasiums Lünen-Altlünen unter der Leitung von Reiner Hohl und Sonja Alsleben. So auch in diesem Jahr: “Pronomina” ist eine assoziative Reise durch die Ebenen, die die uns scheinbar so selbstverständlichen Personalpronomina beschreiben. Von der Ich-Werdung über die Entdeckung des “Du” führt die Reise über Geschlechterbeziehungen ("Er/Sie"!) und die Frage der Macht zu immer komplexeren Gruppendynamiken. Und da das Stück auch vom Kampf “guter” und “böser” Welten handelt, fragen die jungen Akteure am Ende drängend mit Goethes wörtlich zitiertem “Faust”, wie wir diese Erde denn bitteschön retten wollen. Da ist der Zuschauerraum längst erhellt, der Theatervorhang und alle Fragen weit offen. Denn ja, wir sind gemeint! Ein hoch intelligenter, bilderreicher, witziger Reigen von Szenen, in denen immer wieder die Umgangssprache junger Menschen vergnüglich und treffend eingefangen wurde. Und ein weiteres Beispiel, wie Theater am Gynasium Lünen-Altlünen gelebt wird. Davon zeugten auch die zahlreich erschienenen Mitschüler, Eltern und Freunde, deren Fragen bewiesen, wie wach sie der Vorstellung gefolgt waren. Weiter so!

*** - Theater-Steinis II – Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen

Mysteriös ist nicht nur der Titel dieses Erstlings von Monique Bittner, die mit Julia Hormann die “größere” Gruppe der “Theater-Steinis” anleitete. Denn Studentin Melanie, die mit Freundinnen in Hamburg in einer WG lebt, rutscht durch Zufall in eine andere Dimension, in der es dank einiger ungeborener Kinder (dargestellt mit Masken und schwarzen Kapuzen) nicht nur gemütlich zugeht... Das Stück stellt die Frage nach dem, was Wirklichkeit ist, ob wir unseren Sinnen trauen können, und ob es nicht auch eine Nachtseite gibt, die uns vielleicht Angst macht, die aber zu unserem Leben gehört. Und die, so macht spätestens das Schlußbild deutlich, immer wieder faszinierende Kunstwerke hervorbringt...Regie und Akteure fanden eindrückliche Bilder für die vielen Ebenen der Handlung. Und spielten das sur-reale Stück erstaunlich real. Beeindruckend, wieviel Talent das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium immer wieder hervorbringt. Es ist so seit Jahren eine der tragenden Säulen des “Festivals Junges Theater”. Fortsetzung folgt - hoffentlich!

Abschluss

Dienstagabend, 19:00 Uhr, war es tatsächlich schon wieder soweit – das 12. Festival „Junges Theater Lünen“ neigte sich dem Ende entgegen. Die Festivalkoordinatoren Susanne Hocke und Jan Schmitt blickten auf vielseitige und ereignisreiche Tage zurück. Es war an der Zeit, Danke zu sagen – bei all den Helfern und am Festival Beteiligten, bei den Unterstützern und Sponsoren und natürlich nicht zuletzt bei den Gruppen und ihren Leitern und Leiterinnen, die mit viel Engagement, Talent, Kreativität und Leidenschaft dem Festival überhaupt erst so viel Leben eingehaucht haben. Ganz zur Freude von Ehrengast Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns haben die Akteure äußerst eindrucksvoll bewiesen, dass die junge Generation bei Weitem nicht nur vor dem Computer oder Smartphone sitzt, sondern sich aktiv und kreativ am Kulturleben der Stadt Lünen und der Hellweg-Region beteiligt und dieses so sehr bereichert. Kleine-Frauns betonte den hohen Stellenwert des Festivals im Lüner Kulturkalender und lobte das Engagement des Fördervereins Theater Lünen, ohne den es das Festival nicht geben würde, insbesondere auch dessen tatkräftigen 1. Vorsitzenden Jürgen Larys, welcher sich ebenfalls begeistert vom diesjährigen Festival zeigte. Gemeinsam freute man sich bereits auf das 13. „JTL“ im nächsten Jahr.

Eindrucksvoll umrahmt wurde der Festivalabschluss von der amtierenden Vize-Weltmeisterin im Hip-Hop- und Videoclipdance, mehrfachen Europameisterin im Hip-Hop-Dance und mehrfachen Deutschen Meisterin im Hip-Hop- und Videoclipdance Amelie Weijers aus Unna... 

...sowie von der von ihr geleiteten Hip-Hop Kids Formation „Step by Step“. 

Federn fallen nicht – Theater-Jugendclub des Fördervereins Theater Lünen e.V.

Seine ganze Qualität bewies – traditionell zum Abschluss des Festivals „JTL“ – wieder einmal der Theater-Jugendclub des Fördervereins Theater Lünen unter der Leitung seines langjährigen Spielleiters Felix Fischer. Die von der Gruppe unter Anleitung des Spielleiters selbst entwickelte Geschichte rund um das Mädchen Caro und ihre Tanzgruppe bestach durch ihre überzeugende Dramaturgie und Vielschichtigkeit. Ausgehend von Unstimmigkeiten und einem Konkurrenzkampf innerhalb des Tanzensembles, ausgelöst von aufschneiderischen Managern, die einer aus der Gruppe durch ein Casting die große Karriere versprechen, spannte der Jugendclub gekonnt den Bogen über Themen wie Leistungsdruck, häusliche Gewalt, psychische Probleme, die erste Liebe und äußere Zwänge. Das Ensemble verstand es vortrefflich, die komplexen inneren und äußeren Konflikte der Protagonisten auf die Bühne zu bringen, ohne sie zu sehr zu simplifizieren. Die Mittel des Theaters wurden gekonnt genutzt, z. B. in Form eines gut durchdachten Bühnenbildes mit rollbaren Stellwänden, die für jede neue Szene schnell in Position gebracht werden konnten. Licht- und Musikkonzept bestachen ebenfalls durch raffinierte Einfälle und dramaturgisch sinnvoll gewählte Einstreuungen. Einen besonderen Moment bildeten die Tanzeinlangen der Darstellerinnen, die gerade gegen Ende des Stücks mit überzeugendem Ausdruckstanz für Rührung beim Publikum sorgten. Die Botschaft, dass Leistung nicht das einzige Paradigma im Leben sein darf, wurde eindrucksvoll und sensibel vermittelt. „Federn fallen nicht“ bewies einmal mehr, wie viel man durch das Theater über das Leben lernen kann und bildete einen würdigen Abschluss des 12. Festivals „Junges Theater Lünen“. Es ist ein hohes Niveau, welches Spielleiter Felix Fischer in den Jahren seiner Leitung des Jugendclubs erreicht hat. Durch sein Referendariat wird es ihm nicht mehr möglich sein, die Leitung weiterhin zu übernehmen. Der 1. Vorsitzender des Fördervereins Jürgen Larys dankte ihm herzlich für sein Engagement.

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